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November 2020

Dezember

Altersarmut bei Frauen — ist arm sein weiblich?

Laut einer OECD-Studie von 2015 ist das Risiko für Frauen in Deutschland in die Altersarmut zu rutschen genauso hoch, wie das generelle Durchschnittsrisiko. Das liegt bei 13 – 19%. Es gibt allerdings unter den Frauen bestimmte Gruppen, deren Risiko höher liegt, als bei anderen. Allen voran Single-Frauen. Diese sind um über 25% eher vom Women’s Pension Gap bedroht, der eine der Hauptursachen für Altersarmut bei Frauen ist, als geschiedene Frauen (16%), Witwen (14%) und verheiratete Frauen (4,5%). Seit 2015 ist die Anzahl der Single-Frauen, die im Alter auf Grundsicherung (ALG II bzw. Hartz IV) angewiesen sind nachweislich gestiegen. Prognosen gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis 2036 fast verdoppeln wird und 28% der alleinstehenden Frauen betreffen wird. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die gesetzlichen Renten bis 2030 um 16% abnehmen werden.

Gründe für Altersarmut bei Frauen

Gründe für Altersarmut bei Frauen gibt es viele. Neben einer höheren Lebenserwartung und einer geringeren Tendenz, die eigene Absicherung in Angriff zu nehmen, sind die Hauptgründe für den Women’s Pension Gap darin zu suchen, dass Frauen deutlich häufiger Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft und Kindererziehung in Kauf nehmen. Außerdem die Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

Zwar stimmt es natürlich, dass in den meisten europäischen Ländern Frauen zunehmend besser ausgebildet sind und auch die Beschäftigungszahlen unter Frauen stetig steigen. Dadurch wird sich die weibliche Erwerbsperspektive langfristig ändern. Dennoch sorgen traditionelle und starre Rentensysteme dafür, dass Frauen im Laufe ihrer Karriere Nachteilen ausgesetzt sind. Es ist also Aufgabe der Politik, den Women’s Pension Gap auszugleichen. Zwar ist anzunehmen, dass die Länder ihre Rentensysteme an die Lebenswelten moderner Frauen anpassen werden. Aber das ist ein sehr gemächlicher Prozess und selbst in Ländern, in denen der Gender Employment Gap und der Gender Pay Gap reduziert wurden, bleiben viele Benachteiligungen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt bestehen.

Das heißt:

Auch, wenn jüngere Frauen zukünftig höhere Rentenansprüche haben, ist die Ungleichheit immer noch ein wichtiger Faktor.

Gender Pension Gap Bedeutung

Der Gender Pension Gap bezeichnet den monetären Unterschied beim Renteneinkommen zwischen Frauen und Männern. Die Angabe erfolgt in Prozent. Der Gender Pension Gap ist eine direkte Konsequenz des Gender Pay Gap.

Im Jahr 2012 belief sich der Gender Pension Gap EU-weit auf 38%. Das heißt, Rentnerinnen in der EU haben im Durchschnitt 38% weniger Geld erhalten, als Männer. Zwar gibt es innerhalb der EU-Staaten signifikante Unterschiede, der sich auf die Gender Pension Gap Bedeutung auswirkt.

In manchen Mitgliedsstaaten liegt er bei gerade einmal 4%, in anderen bei satten 46%. Insgesamt ist das Renteneinkommen von Männern in 28 EU-Staaten grundsätzlich höher, als das von Frauen. Den geringsten Unterschied weißt Estland mit nur 5% auf. Ein Land, in dem die Renten jedoch insgesamt sehr, sehr niedrig sind. Ausgerechnet in Luxemburg allerdings betrug der Gender Pension Gap 2012 45%, 42% in den Niederlanden, 39% in Österreich und 36% in Frankreich.

Unabhängig von den Unterschieden innerhalb der EU-Nationen, ist die Situation für Frauen ganz allgemein unvorteilhaft. Der Women’s Pension Gap ist das Ergebnis zunehmender Ungleichheit, denen Frauen im Laufe ihres Lebens und unterschiedlichen ökonomischem, sozialen und kulturellen Bereichen ausgesetzt sind.

  • Grund Nr. 1 für den Women’s Pension Gap ist, dass Frauen im Durchschnitt merklich weniger verdienen, als Männer.
  • Grund Nr. 2 ist, dass bestehende Rentensysteme immer noch auf das traditionelle Familienmodell ausgelegt ist, bei dem der Mann der Versorger und die Frau zuallererst die Kinderbetreuerin ist. Gewöhnlicher Weise sind Frauen deshalb immer noch hauptverantwortlich für Haushaltsaufgaben. Durchschnittlich erledigt eine europäische Frau 26 Stunden pro Woche Aufgaben im Haushalt, ein Mann gerade einmal 9.
  • Grund Nr. 3, der zu Altersarmut bei Frauen führt, ist, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit öfter unterbrechen, um sich um die Familie und Kinder zu kümmern. Das hat nicht nur Einfluss auf ihren Stundenlohn, sondern auch auf zukünftige Einnahmen und eben ihre Rentenansprüche. Aufgrund dessen, aber auch aufgrund des Arbeitsmarktangebotes, arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit: 1 von 3 Frauen im Vergleich zu 1 von 10 Männern.
  • Grund Nr. 4 wird häufig ausgeklammert: Die Finanzkrise von 2008 hat die europäischen Rentensysteme nachhaltig beeinträchtigt. Der Druck auf öffentliche Ausgaben hat viele Regierungen dazu veranlasst, das Rentenalter anzuheben und gleichzeitig die Rentenbezüge zu kürzen. Nicht selten hatte das dramatische Auswirkungen auf das Wohlergehen der Bürger. Während die Renten sinken, steigt die Armut. Besonders die Altersarmut bei Frauen.
  • Grund Nr. 5 für die verstärkte Gender Pension Gap Bedeutung für Frauen ist, dass sie Männer im Schnitt um 5 bis 8 Jahre überleben. Das ist ein halbes Jahrzehnt mehr Ausgaben für Miete, Kleidung, Nahrungsmittel, Nebenkosten, Urlaube, medizinische Versorgung, und und und. Frauen müssen also mit weniger Geld deutlich länger haushalten, als Männer.

Wie du dem Teufelskreis Altersarmut bei Frauen entkommst

Erkenne die Zeichen der Zeit und kümmere dich um dich selbst. Dazu gehört nicht nur, dass du betriebliche Angebote zur Altersvorsorge in Anspruch nimmst, sondern auch, dass du

  1. dir deines Wertes bewusst wirst und deine Einkommenssituation verbesserst: verhandle dein Gehalt regelmäßig neu, bilde dich weiter, bewirb dich auf höhere Positionen.
  2. so früh wie möglich daran denkst, dich für die Zukunft abzusichern. Es ist nie zu spät, mit dem Sparen und Investieren zu beginnen, auch wenn natürlich gilt: je früher, desto besser.
  3. deine Ausgaben anschaust und durchrechnest, wo verborgenes Sparpotential vorhanden ist. Dazu zählen z.B. Versicherungen, Strom- und Telefonanbieter. Kleinvieh macht eben auch Mist.
  4. dir konkrete Ziele setzt. Überlege dir, welches Leben du im Alter führen möchtest. Welche Mittel du dazu benötigst und wie du diese finanziellen Absichten erreichen kannst.
  5. keine Zeit mehr verlierst und 2020 zu deinem Investmentjahr machst, um die Gefahr drohender Altersarmut bei Frauen abzuwenden! Unsere Expertinnen helfen dir dabei:

Eine erste Beratung ist kostenlos. Also nutz die Chance und starte deine erste persönliche Investment-Erfolgsgeschichte zusammen mit FinMarie!

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