Rezession 2023: Kannst du noch investieren?

Inflation und Rezession: Jetzt noch Geld anlegen?

Inhaltsverzeichnis

Das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute ist da und sieht auf den ersten Blick eher weniger rosig aus. Für das kommende Jahr prognostizieren die Forscher:innen eine Rezession.

Was bedeutet das für dich und deine finanzielle Situation? Musst du dir nun große Sorgen um deinen Wohlstand machen? Wie kannst du dein Geld bei einer Rezession noch investieren? Um das zu verstehen, brauchst du für die wirtschaftliche Lage einen langfristigen und ganzheitlichen Überblick. Wir wollen dir das “Big-Picture” erklären, bevor du handelst.

Wie kannst du noch investieren? Was passiert bei einer Rezession?

Fangen wir mal von vorne an. Unsere Wirtschaft läuft in einem Konjunkturzyklus mit vier Phasen ab:

  • Aufschwung (Expansion)
  • Hochkonjunktur (Boom)
  • Abschwung (Rezession)
  • Konjunkturtief (Depression)1

Die Rezession ist also der wirtschaftliche Abschwung, der auf die Hochkonjunktur, den Boom, folgt. Sie ist eine logische Konsequenz des Konjunkturzyklus und normal, dass sie früher oder später auftaucht. Eine Rezession kannst du anhand verschiedener Anzeichen erkennen. Schrumpft das Bruttoinlandsprodukt mindestens zwei Quartale hintereinander, spricht man von einer technischen Rezession. Jetzt wird weniger produziert, das Einkommen sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt.

Herbstprognose 2023: Wie kommt es zu einer Rezession?

Ein Abschwung kann verschiedene Gründe haben. Der Konsum und dadurch die Nachfrage nach verschiedenen Gütern nimmt ab. Die Wirtschaftsleistung verschlechtert sich durch das sinkende BIP. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei. Unternehmen müssen z.B.  Mitarbeiter:innen in Kurzarbeit schicken oder überschätzen die Nachfrage und geben dadurch zu viel Geld aus, was Entlassungen zufolge hat.

Viele sparen lieber, als zu kaufen. Lieferengpässe und die explodierenden Energiepreise machen Produkte teurer. Das ist der Hauptgrund für die hohe Inflation (7,9 % im August 2022). Um der Inflation entgegenzuwirken, wäre es wirtschaftlich gesehen angeraten, das Geld auszugeben, bevor es weniger wert ist. Viele Verbraucher:innen halten sich allerdings lieber zurück, da sie die hohen Energiekosten fürchten. Die private Absicherung geht für viele vor. Das ist natürlich auch nachvollziehbar. Doch wollen wir uns wirklich nur die nächsten zwei Jahre, bis die Wirtschaftsflaute vorbei ist, anschauen? Es ist wichtig, zu verstehen, dass die Wirtschaft in einem Zyklus abläuft.

Nach dem Abschwung kommt der Aufschwung

Zugegeben, das klingt alles ein bisschen nach Weltuntergang, und ja – einige von uns sollten ihren Lifestyle überdenken. Musst du dieses Jahr wirklich einen teuren Urlaub machen? Ist es wirklich nötig, sich den kompletten Kleiderschrank für die nächste Saison zu erneuern?

Natürlich gibt es Haushalte, die weitaus existenziellere Probleme haben, als auf diverse Freizeitvergnügungen zu verzichten. Einige müssen überlegen, wie sie die nächste Monatsmiete stemmen. Keine Frage, es gab bessere Zeiten und wir sollten alle den Gürtel enger schnallen.

Aber es gibt eine gute Nachricht. Nach dem Abschwung kommt, historisch gesehen, immer der Aufschwung. Dieser wird für 2024 vorausgesagt. Dann soll die Inflation wieder auf ca. 2 % sinken. Private Absicherung heißt nicht nur, im Hier und Jetzt zu überleben, sondern auch für das Zukunfts-Ich langfristig zu sorgen. Was bedeutet die Rezession 2023 für dich und deine Investition im Klartext?

Es ist wichtig, dass du versuchst, die Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Richtig, wir sollten auf manche unnötigen Ausgaben in den nächsten 1-2 Jahren verzichten, uns hier und da einschränken.

Aber behalte im Kopf, dass das eine sehr kurze Zeit im Vergleich zu deiner Rente ist. Es ist notwendig, dass du langfristig denkst. Beim Investieren in deine Altersvorsorge gilt, je früher, desto besser. Es kann einen himmelweiten Unterschied machen, wenn du fünf Jahre früher mit dem Investieren beginnst. 

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Wie mit dem Geldanlegen in einer Rezession beginnen?

Es gibt zwei wichtige Mantren, die du in puncto Geldanlage und Krise befolgen solltest: Wenn du bereits investierst – lass die Finger von deinem Portfolio. Verkaufe nicht überstürzt, weil du Angst vor z.B. steigenden Energie- und Lebensmittelkosten hast. Dein Geld, das du investierst, wird erst real, wenn du deine Anlagen verkaufst. Lässt du es liegen, so passiert erstmal nichts und es hat die Chance zu wachsen, bis du es wirklich brauchst.

Falls du noch nicht investierst, aber mit dem Gedanken bis dato gespielt hast, gibt es auch keinen Grund einen Rückzieher zu machen. Nicht zu empfehlen zum Start einer Geldanlage und vor allem in den jetzigen Krisenzeiten sind Direktanlagen in Aktien oder auch Kryptowährungen. Hier fehlt die nötige Diversifikation und du “pokerst” mit deinem Geld, weil du, im übertragenen Sinne, alles auf eine Karte setzt.

Warum solltest du auch in Krisenzeiten investieren?

Bedenke, dass es sich bei Investitionen meist um längerfristige Ziele handelt, als diese Rezession anhalten wird. Der Knackpunkt ist aber, der Investitionsstart. Wenn du erst in zwei Jahren, nach dem prognostizierten Aufschwung, beginnst, kannst du eine Menge Geld z.B. für deine Altersvorsorge einbüßen.

Du willst jetzt mit dem Geld anlegen beginnen? Dann empfiehlt es sich, während einer Rezession mehr in Aktien über einen auf Aktien basierten Exchange Trade Fund (kurz ETF) zu investieren. Warum? Du kannst Aktien momentan günstig erwerben und nach dem Kauf darauf warten, dass ihr Wert steigt – was er häufig tut, sobald der Abschwung überwunden ist.

Gegenüber dem Investieren in Einzelaktien hat die Investition in ein ETF mehrere Vorteile. Du kannst breiter diversifiziert investieren, da du dich nicht ausschließlich auf Aktien als Bestandteil des Investmentfonds fokussieren musst. Wenn du das willst, auch kein Problem. Dein ETF ist flexibel und du kannst die Aufteilung der enthaltenen Wertpapiere jederzeit ändern. 

Das heißt, z.B. anpassen, wenn eine andere Phase des Konjunkturzyklus ansteht und du mehr in andere Wertpapiere investieren willst. Leider erholen sich nicht alle Aktien nach der Rezession von ihrem Rekordtief. Durch die Diversifizierung, die Investition in viele verschiedene Unternehmen und Länder durch Aktien oder auch Anleihen, ist deine Geldanlage weniger volatil. Daher denken wir, dass ein ETF für den Anfang gut geeignet ist.

Fazit, es gab schon bessere Zeiten – das wollen wir nicht bestreiten. Trotzdem wird es auch irgendwann wieder bergauf mit unserer Wirtschaft gehen. Commerzbankchef Knof sieht trotz der schwierigen Situation keinen Grund zur Panik. Auch Berenberg-Chefökonom Holger Schmieding räumt ein, dass eine Rezession nicht ewig dauere, sondern eher zu einem Winterproblem würde.2 Also, nimm die Situation ernst, versuche dein Geld bewusst auszugeben, aber spare nicht an deiner Investition, wenn du deinen Notgroschen beisammen hast. Deine Altersvorsorge wird es dir danken.

 

 

 
 

 

 

Quellen

 

1computerbild.de

2rnd.de

forbes.com

spiegel.de

zeit.de

br.de

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