Ich war neulich zu Gast bei Fabian Tausch im Unicorn Bakery Podcast – und was ich noch sagen muss: Es war eines dieser Gespräche, bei denen ich danach dachte. Okay, das muss ich auch noch mal für Euch nochmal aufschreiben.
Nicht weil ich so toll geredet habe 😄, sondern weil wir über richtig wichtige Fragen und Antworten rund ums liebe Geld gesprochen haben: Dieses Mal nicht nur zu meinem Lieblingsthema “Finanzen und Frauen”
(Keine Angst – dazu kommt’s hier auch noch 🙂)
sondern auch darüber, wie eigentlich unsere Kids ans Thema Geld rangeführt werden.
Weil: Surprise, surprise: Social Media hat nicht nur Einfluss darauf, ob sie sich heute einen neuen Rucksack der Marke xyz kaufen wollen, weil der vom letzten Jahr nicht mehr cool genug ist – nee TikTok usw. hat oft auch ganz schön was damit zu tun, wie unsere “lieben Kleinen” mit Geld umgehen.
Da will ich jetzt natürlich nicht sagen, dass da alle null Ahnung und Feingefühl haben, aber man kennt’s ja: Wenn man jünger ist, lässt man sich halt manchmal doch davon leiten, wenn eine Person, die man irgendwie cool findet, etwas tut, das … naja, vielleicht auch gar nicht so wirklich cool ist.
Was da los ist, was bei uns in Deutschland besser laufen könnte – und warum ich deshalb nicht nur hier in Berlin sitze, sondern gerade auch in Polen eine neue Firma in buchstäblich drei Tagen gegründet habe, um genau das zu ändern. Und ja, warum das auch für Dich relevant ist, egal ob Du gerade zum ersten Mal über Deine Finanzen nachdenkst…
ich hab ja versprochen, es geht auch wieder um uns Frauen! 🙂
Denn so ein Gespräch inspiriert mich ja auch immer wieder zu neuen Erkenntnissen, da ich immer wieder Fragen höre, die ich vorher noch nicht hatte.
Das will ich Dir nicht vorenthalten. Also, kannst Dir gerne mal ein paar Minütchen nehmen und lesen, was Fabian Tausch und ich so besprochen haben :).
Deutschland und finanzielle Bildung für Kinder – Sad but true: Wir stehen ganz, ganz hinten
Fabian hat mich sofort in unserem Gespräch gefragt, wo Deutschland bei finanzieller Bildung steht.
Tja, traurig, aber wahr – meine ehrliche Antwort: ganz, ganz hinten.
Das ist jetzt nicht nur mein Bauchgefühl – nein, das belegen Studien aus dem Schuldner Atlas. Halt Dich fest – Achtung: Jugendliche in Deutschland haben im Schnitt 1.400 Euro Schulden.
Ja, klar, nicht, weil sie sich ein Auto gekauft haben oder irgendwas Großes. Sondern weil Buy-Now-Pay-Later so erschreckend einfach geworden ist.
Um Dich mal wieder in den Trend-Pool zu holen (ja, ich weiß, man fühlt sich direkt alt) – Da ist sowas wie ein Klarna-Schulden-Wettbewerb auf TikTok, der zeitweise wirklich ein richtiger Trend war – wo Jugendliche stolz ihre offenen Rechnungen gepostet haben.
Klingt jetzt vielleicht erst mal gut, und nach “Oh, haben die das gemacht, um sich gegenseitig zu helfen – oder um mit einem kritischen Auge draufzuschauen?”
Naja.. Die Gewinnerin? Ein Mädchen mit 17.000 Euro Schulden. Mit 17.000. Ohne Einkommen. Und leider halt auch ohne Plan, wie das jemals weggehen soll. Und alle fanden das irgendwie … cool?
Und das kann man dann weiterführen: Bei Personen unter 30 Jahren, die bereits als überschuldet gelten, liegt die durchschnittliche Schuldensumme laut dem Atlas 2024 bei ca. 14.064 Euro.
Ich will jetzt hier nicht einen auf Spielverderberin oder konservative Erwachsene mit Finanz-Knigge machen – aber sorry, das nervt mich wirklich, wenn ich ehrlich bin.
Nicht die Jugendlichen – die können nix dafür(!), das sind Kids, die noch lernen.
Sondern das System, das uns alle, Dich, mich, unsere Kinder, nie wirklich vorbereitet hat. Und wir tragen halt schon die Verantwortung dafür, WAS sie eben lernen – von uns, von ihrer Umgebung, ihren Vorbildern etc.
Da muss man sich halt automatisch die Frage stellen: Was macht unser deutsches Schulsystem da eigentlich? Also, wie trägt das eigentlich zur finanziellen Bildung von Kindern und Jugendlichen bei?
Also: Nach dem Schulabschluss kannst Du einen fünfhebigen Jambus analysieren und komplexe Gleichungen mit fünf Unbekannten aufstellen, aber Du weißt nicht, wie eine Gehaltsabrechnung funktioniert.
Ich will damit nicht sagen, dass jetzt Mathe und Deutsch totaler Quatsch sind und bitte sofort aus dem Lehrplan verschwinden sollen 😂 – nein, auf keinen Fall.
Nur macht bitte MEHR Platz für das Thema Geld in der Schule und halt für alles, was damit zusammenhängt – also mit dem echten Leben, was danach so sicher wie das Amen in der Kirche kommt.
Und was auch irgendwie ziemlich interessant ist: Wir sprechen in Deutschland laut Studien häufiger über Sex oder Zahnarztbesuche als über Geld. Das Thema Geld ist bei uns irgendwie oft ein Tabu – zu Hause, in der Schule, überall.
Ja das Blöde ist nur, solange das so ist, drehen wir uns im Kreis.
Ich spreche in dem Podcast mit Fabian deshalb darüber, wie ich versuche, mein persönliches Knowledge dafür zu nutzen, dass unsere Kids so früh wie möglich verstehen – ja, was Geld eigentlich ist.
SchulGold: Was passiert, wenn man Kindern wirklich zuhört
Also, vielleicht bist Du schon drüber gestolpert, vielleicht auch nicht: Neben fin:marie hab ich noch ein anderes Projekt, das mir echt wichtig ist: Wir – meine Kollegin und ich – haben SchulGold genau aus dem Grund gegründet –
Aus der Idee: Finanzkompetenz direkt zu den Kids bringen – und halt nicht so staubig und unsexy, wie das Thema Geld sonst immer angegangen wurde.
Weil, eines kann ich da aus meiner Erfahrung sagen: Jugendliche haben keinen Bock auf diese “Mami- und Papi-Vorschläge“. Sondern es geht darum, mit wem sie gerade abhängen und welche Themen für sie gerade extrem wichtig sind.
(Kann von mir aus dann das Taschengeld sein und ob man sich ’ne Playstation oder zum ersten Mal ein Markenparfum kaufen will – aber das geht halt auch nur, wenn man sich mal mit seinem Geld – was hat man, was braucht man – auseinandersetzt.)
Es geht darum, zu sagen: Hey, guck mal, Du hast das Geld und damit kannst Du wirklich viel tun.
Also, wir brauchen hier eine lockere Kommunikation und irgendeine gekünstelte Marketingstrategie ist da komplett fehl am Platz. Das geht ganz praxisnah, unabhängig von Banken und Versicherungen, und ist so aufgebaut, dass Kinder und Jugendliche wirklich Bock drauf haben.
Was uns immer wieder dabei überrascht – und gleichzeitig bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Die Kids sind SO offen für das Thema. Wir hatten zum Beispiel über die Plattform Teach eine Online-Session mit über 1.300 Schülerinnen und Schülern. Mein Chat wurde sooo extrem überlastet (richtig gut natürlich!), dass ich selbst lachen musste. Jede Sekunde neue Fragen, neue Kommentare. Interesse ist da. Richtig viel davon.
Und dann war da dieser Moment in einer ganz normalen gesetzlichen Schule, den ich im Podcast erzählt habe. Wir starten unsere Workshops immer mit der Frage: Warum bist Du heute dabei?
Ein 13-Jähriger steht auf und sagt zu mir: “Frau Decker, ich möchte finanziell meine Familie unterstützen.“
Mit 13??? Ich war so überrascht und dachte mir so “Ohhh, krass”. Mit 13 habe ich, glaube, ich noch mit Puppen gespielt. Und dieser Junge hat schon eine Klarheit, die mich wirklich beeindruckt.
Und natürlich hab ich dann gedacht: Ja, krass, wenn man solche Statements hört, aber ja, wenn ich eben solche Geschichten von Kindern höre, dann denke ich mir auch direkt: Du, ich werde jetzt alles für Dich tun, damit Du weiterkommst!
Weil ja, diese Person hat dementsprechend bestimmt auch Dinge erlebt, die zu diesem Antrieb, zu diesem Drive führen.
Also, da will ich schon so gut es geht unter die Arme greifen: Wirklich – dafür machen wir das Ganze ja, dafür gibt’s das Projekt Schulgold von mir und meiner Kollegin Babett.
Wie das bei uns zu Hause aussieht – und was Du davon klauen kannst
Ich weiß schon, wovon ich spreche, wenn’s um Kinder und deren Verbindung zu Geld geht.
Ich hab Fabian erzählt: Da ich ja Mama von drei Kids bin, hab ich unser Projekt Schulgold erst mal zu Hause ausprobiert. Man könnte also sagen, ich hab da ein paar Testkaninchen 😀.
Keine Angst, denen geht’s gut 😋 – die zwei Älteren sind 10 und 13. Also perfekt, um zu schauen, was man in dem Alter so braucht, worauf man anspringt, wenn’s ums Thema Geld und Bildung geht.
Bevor wir Workshops für Schulen entwickeln, probieren ich und Co-Gründerin Babett vieles erst mit unseren eigenen Kindern aus.
Da kann ich Dir direkt verraten, was z.B. wirklich funktioniert: gemeinsam einkaufen gehen.
Klingt jetzt banal, stimmt’s? Aber wir setzen uns zusammen am Freitagabend an den Esstisch, nachdem wir unser Abendbrot vertilgt haben, und planen was wir die nächsten Tage/ bzw. nächste Woche kochen wollen – Pizza oder Grillen… #treatyourself 😛 (Wir essen auch gesund, haha).
… und dann kaufen wir am Samstag im Supermarkt um die Ecke die Einzelzutaten.
Wenn wir wieder zu Hause sind, rechnen die Kinder aus, was das alles gekostet hat. Und manchmal kommt dann schon so ein: “Oh, mein Gott!” 😱
Und auf einmal hast du da einen Ansatz, der praktisch ist, den die Kids verstehen und den Du nutzen kannst, um mehr zu erklären. Also, sie sehen, das ist ja mega teuer und dann reden wir über Inflation, über Planung, über den Unterschied zwischen “ich will das haben” und “wir brauchen das”.
Und Du siehst schon, dass das kein trockener Finanzunterricht ist, auf den niemand Bock hat. Das ist einfach ein Samstagmittag – ja… das klappt wirklich gut!
Oder noch so ein Lieblingsding am Wochenende – wir machen Vision Boards – nicht nur mit Reisezielen und Traumjobs, sondern ganz konkret: Wie viel Geld brauche ich eigentlich, um diese Ziele zu erreichen?
Ich hoffe, Du denkst Dir jetzt nicht: “Wie nerdy sind die Deckers denn daheim 😬?!” Nee, das ist eigentlich alles ziemlich nah am echten Leben dran und da kann’s gar nicht früh genug mit dem Lernen losgehen.
Und, wenn Du mal in Dich gehst – das kennst Du doch auch, oder? Diesen Moment, wo man sich zum ersten Mal wirklich fragt, was Dinge eigentlich kosten – und was das im Umkehrschluss für Dein Leben bedeutet.
Ich muss auch noch mal betonen, dass es mittlerweile halt auch echt coole Anbieter und coole Tools gibt, die man einfach dafür nutzen kann.
Wir sind ja nicht die einzigen mit Schulgold, die sich um Finanzbildung für Kinder kümmern. Und hey, ich muss echt sagen: Viele machen einen super Job.
Ich fänd’s nur gut, wenn wir nicht alle so dezentral arbeiten würden. Also, da geht’s halt eher ans Schulsystem – wir bräuchten das besser organisiert, mit einer Strategie – eine finanzielle Bildungsstrategie für die Schule.
Jetzt muss ich lachen, wenn schon dran denke – neulich, da rief mich mein 13-Jähriger zehnmal hintereinander an, während ich im Büro war. Ich dachte, oh Gott, was ist passiert. Ich hab mich schon ins Auto springen und durch Berlin rasen sehen…
Dann: “Mama, ich habe meine Blink-Karte verloren – geht jetzt meine Google-Aktie weg?” 😄
Ich musste da mal kurz durchatmen, aber war dann auch irgendwie schon direkt wieder stolz. Dann hab ich ihm erklärt, dass die Debitkarte und das Depot zwei verschiedene Dinge sind. Aber hey – ist doch super – er weiß einfach, dass er eine Google-Aktie hat. Mit 13. Dann weiß ich, dass ich meinen Job als Mutter, aber halt auch als Finanzexpertin, offensichtlich gar nicht so schlecht mache 🙂.
Ja das ist, was daheim passiert und, man könnte sagen – so hab ich mit meiner Kollegin den Grundstein für Schulgold gelegt.
Dann gibt’s aber noch etwas echt Interessantes, das maßgebend für mich und meine Philosophie bei der Arbeit ist. In der Schule sehe ich immer wieder Eines:
Fabian hat mich gefragt, ob das Interesse da unterschiedlich verteilt ist – also ob Jungs mehr interessiert an Geld sind als Mädchen. Das kann ich mit einem entschiedenen und glasklaren “Nein“ beantworten.
Es gibt hier keinen Unterschied zwischen Mädels und Jungs – die stellen die gleichen Fragen. Und dann sieht man mal wieder, dass das Thema Finanzen absolut kein genderbasiertes Thema ist, wenn’s an das Interesse und die Herangehensweise geht.
Nein, ich meine – wir reden von Zehnjährigen, wir gehen in die vierte Klasse rein und fangen da an. Da ist dieses ganze “Eingetrichtere” mit “Männer machen Geld und Frauen kümmern sich um andere Dinge” noch nicht so weit fortgeschritten 😋.
Und naja, da schließt sich der Kreis wieder – kommen wir mal wieder zu fin:marie, meinem zweiten “Work-Baby” – warum ich meine Arbeit neben Kids auf “Female Finance” ausgerichtet habe.
Ich möchte einfach zeigen: Dass wir Frauen weniger Zugang zu dem Geldmarkt haben, hängt nicht mit einem genderabhängigen Interesse zusammen – nein, das ist kulturell konditioniert.
Warum wir Frauen oft bei Geld zögern – und wie wir das ändern
Genau, was für die Kids gilt, gilt für mich auch für uns Frauen: Wir brauchen MEHR und ordentliche Finanzbildung, die für uns passt und sich nicht an diesem kulturell geprägten “Erwachsener-Mann”-Modell orientiert.
Bei meiner Arbeit mit fin:marie fällt mir z.B. in den Coachings dann oft sowas: Es gibt da eine Art unsichtbare Wand, auf die wir Frauen beim Thema Geld stoßen.
Also wir unterhalten uns einfach weniger gern über das Thema Geld als Männer. Und ja, ich tu jetzt nicht so, als hätte ich null Plan, woher das kommt. Ich kenn’s ja selbst. Wir sind kulturell darauf konditioniert, nicht zu viel Raum einzunehmen – auch finanziell.
Da gibt’s so tolle Leitbilder wie: “Geld ist Gier.” “Geld macht nicht glücklich.”
Das haben wir irgendwie alle mitbekommen, oder – bzw. diese Sätze kriegen wir sogar heute noch oft genug zu hören. Und ich denke mir jedes Mal: Können wir jetzt bitte mal aufhören mit diesem Quatsch 😀?
Ich bin ja selbst schon eine Weile im Finanzsektor unterwegs – also 2012 habe ich bei der Deutschen Bank hier in Berlin angefangen. Und mir fiel da eins ganz schnell auf: Die Finanzprodukte da draußen sind von Männern für Männer gebaut. Und dann fällt’s mir auf einmal wie Schuppen von den Augen.
Warum investieren wir Frauen nicht mehr? Warum gehen wir Frauen nicht mehr in die Themen rein? – Ja, wahrscheinlich auch, weil uns die Geld-Welt nicht gerade mit offenen Armen empfängt.
Also mir als Finanzexpertin ist das schon übel aufgestoßen und naja, wenn ich an meine Endkundinnen dachte: “Für die war diese Welt irgendwie… nicht wirklich vorgesehen.”
Also haben wir – ich und meine Kolleginnen – etwas gemacht. Damals noch total quick and dirty – ein erstes kostenloses Meetup, “Women, Wealth and Wine” haben wir es genannt. Ich dachte: Hey, wenn die über Geld nicht reden wollen, dann wenigstens bei einem Glas Wein 🍷. Wir haben es über Meetup und Eventbrite promotet. Und dann? Kamen auf einmal 80 Frauen!
Also echt – WOW!
Wir haben dann so gedacht: Oh, okay.
Und dann aber sofort gewusst: Der Bedarf ist hier riesig und ja, wir müssen unbedingt weitermachen.
Da kann ich jetzt noch einen “Fun Fact”, der eigentlich absolut nicht funny ist droppen: Das World Economic Forum sagt übrigens, wir brauchen 283 Jahre, bis Frauen und Männer finanzielle Gleichberechtigung erreicht haben.
Das soll jetzt hier keine Panikmache sein – nee, sieh es vielmehr als einen Ansporn.
Wenn ich mich jetzt nur auf die Zahl fokussiere – ja, dann denk ich natürlich erst mal: Ich werde das nicht erleben.
Aber genau darum geht’s ja – sich nicht einfach damit zufriedenzugeben, dass wir erst in knapp 300 Jahren laut Studie wirklich gleichberechtigt sein sollen!
Sorry, aber echt nicht! Genau deshalb ist das hier für mich nicht nur irgendeine Firma, die ich gegründet habe – das ist Mission. Mit allem, was dazugehört.
Aber ich hab mich dann mit Fabian darüber unterhalten, woran’s wirklich liegt, dass wir Frauen weniger investieren: Auf gar keinen Fall ist da die Antwort nicht, “weil wir’s nicht drauf haben.”
Ganz im Gegenteil. Die Antwort ist viel einfacher und gleichzeitig viel frustrierender: Weil uns niemand wirklich erklärt hat, wie’s geht. Weil die Produkte nicht für uns gebaut wurden und man hat’s halt eingetrichtert bekommen: weil das Thema Geld schon irgendwie immer so ein “Männer-Ding” war.
Ja, und jetzt sitze ich hier bei Fabian im Podcast und sage: “Das ist doch Quatsch. Totaler Quatsch.” Und genau so mein ich’s auch.
Ich hab vorhin schon von Inspiration gesprochen und ja, genau das war auch der Knackpunkt bei meiner Gründung von fin:marie: Nach diesem “Women, Wealth and Wine”-Abend – also nachdem wir gesehen haben, dass 80 Frauen auf einmal da sitzen und reden und fragen und endlich über Geld sprechen wollen – direkt gewusst: Okay, wir bauen das weiter aus – und zwar so richtig gut.
Mittlerweile haben wir bei fin:marie Circles aufgebaut – Safe Spaces, wo Frauen sich gegenseitig austauschen, Fragen stellen, voneinander lernen. Mit einer schönen Energie, bei der wir uns einfach gegenseitig zeigen, wie das mit dem Geld funktioniert. Ohne, dass wir unnötigen abgehobenen Fachjargon verwenden, den a) keiner versteht und b) keiner braucht.
Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zur männlich geprägten Finanzwelt. Wir sprechen bei fin:marie so, dass wir verstanden werden, ohne, dass man immer ein Finanz-Wörterbuch unterm Arm geklemmt dabei haben muss 🙄.
Es ist einfach alles viel praktischer, handfester, so wie unsere Kundinnen im Alltag ja auch sonst handeln. Wir haben eine riesige WhatsApp-Gruppe, wo regelmäßig Beiträge gepostet werden, Fragen reinkommen, Erfahrungen geteilt werden. Und ich sage Dir: Die Themen, die da auftauchen, sind nicht kompliziert.
Die sind eigentlich ziemlich basic. Aber genau das zeigt mir, wie viel Nachholbedarf da ist – und wie hungrig wir Frauen nach diesem Wissen eigentlich sind, wenn man uns den richtigen Raum dafür gibt.
Also ja, ich sehe uns wirklich nur als Trigger – das Interesse ist da. Und für Arroganz und Eitelkeit ist hier auf meiner Seite absolut kein Platz – da hilft null dabei, Wissen weiterzugeben.
Und darum geht’s mir – Wir geben das Wissen, wir schaffen den Raum – und dann machst Du, was Du draus machst. Ganz einfach. Hauptsache, Du fängst an – wie ist erst mal egal.
Weil: Wenn Du Dein Geld nicht investierst, ist das ein reiner Verlust. Das hab ich auch im Podcast gesagt – so oder so. Die Inflation frisst’s auf, und das Tagesgeldkonto rettet Dich da leider auch nicht.
Und wenn Du jetzt denkst – okay, aber ich hab doch gar keine Ahnung, wo ich anfangen soll – dann ist unser Espresso-Coaching genau das Richtige. 30 Minuten, kostenlos, ohne Verkaufsdruck.
Kein Pitch, keine Überzeugungsaktion. Wir schauen einfach gemeinsam, wo Du gerade stehst. Das ist alles 🙂.
Nachhaltiges Wachstum: Warum ich lieber schlafe als dauernd an Investoren und nächste Pitches zu denken
Okay, kurz noch zu etwas, das Fabian mich im Podcast gefragt hat – und das ich eigentlich ziemlich spannend finde, weil ich weiß, dass das für viele von Euch auch ein Thema ist, die vielleicht selbst gründen oder gründen wollen.
Er hat gefragt, warum wir bei SchulGold und fin:marie keine weiteren Investorenrunden planen.
Und meine ehrliche Antwort: Weil ich nachts schlafen will 😄.
Nein, ernsthaft – wenn ich gerade bei einer Series A oder B wäre, würde ich jetzt nicht hier sitzen und für Euch diesen Artikel schreiben. Und das ist mir schon wichtig – dass Ihr auf möglichst vielen Wegen von meiner Mission
“Mehr Finanzbildung für die, die nicht immer im Fokus stehen. Also… Frauen und Kinder”
mitbekommt.
Sonst würde ich jetzt sechs schwarze Kaffee pro Tag trinken, nix essen und Pitch Decks vorbereiten, Investoren überzeugen, Zahlen jonglieren – und das alles, während mein Team eigentlich schon längst bei den Kids sein könnte. Bei Jugendlichen, die wirklich was lernen wollen und dabei sind, die richtigen Fragen zu stellen.
Oder in der Zeit, in der ich meiner nächsten Kundin Jessica in der Finanzberatung erkläre, welcher ETF zu ihrem Risikoprofil passt und was gerade der Trend auf dem Markt für Auswirkungen auf ihr Portfolio hat.
Will ich das? Jugendlichen und Frauen helfen, eigenständiger und freier zu werden – Financial Health zu genießen? Ja!
Und bei diesem Pitching… naja, da ist sowas wie … eine Freiheit, die Du aufgibst, wenn Du Geld von außen nimmst. Ich muss dann nämlich plötzlich Leuten erklären, warum ich was tue und warum ich was nicht tue. Und das passt halt einfach nicht zu dem, was wir hier aufgebaut haben.
Außerdem – und das sag ich mit einem Augenzwinkern – irgendwie muss es doch auch stimmig sein, oder? Wir bringen Frauen und Kindern bei, wie man mit Geld haushält, wie man nachhaltig denkt, wie man nicht mehr ausgibt, als man hat.
Also, meine Werte zu verraten, ist nicht so mein Ding. Dann wäre es halt schon ein bisschen komisch, wenn wir selbst im Wachstumswahn leben würden 😀.
Also: Sustainable Growth. Profitables Wachstum. Das ist unser Weg – und ich finde den eigentlich ziemlich cool.
Kurz zusammengefasst – was Du mitnehmen kannst
- ✗ Warte nicht auf das Schulsystem. Das kann noch dauern – und in der Zwischenzeit passiert eben nix.
- ✗ Halte Geld nicht für ein Tabuthema – weder zu Hause noch mit Dir selbst.
- ✗ Glaub dem Mythos nicht, man müsse Mathe-Genie sein, um zu investieren. Totaler Quatsch, wirklich.
- ✗ Vergiss die Idee, dass Geld und Gutes tun sich ausschließen. Genau das Gegenteil ist wahr – und unsere Jugendlichen wissen das übrigens schon längst.
- ✗ Warte nicht, bis alles perfekt ist, bevor Du anfängst. Weder beim Investieren noch im Leben. Let’s do it and we will figure it out – das gilt übrigens auch für Dein erstes Depot
Wenn Du mehr hören willst
Den ganzen Podcast-Talk mit Fabian findest Du hier – wir reden darin auch noch über den Markteintritt in Polen, über KI als Gamechanger beim Kursaufbau, und darüber, was ich heute anders machen würde, wenn ich nochmal von vorne anfangen würde.
Ja, willst Du Dich vielleicht auch einklinken und hast Lust zu kommentieren oder einfach Deine eigene Geschichte zu teilen? Hier geht’s zum LinkedIn-Post. Ich freue mich immer über den Austausch – wirklich 🙂.
👉 Wenn Du möchtest, dass Deine Kids Geld anders als bei Klarna lernen – dann schau gerne mal hier vorbei 😄
Quellen
- https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/schuldneratlas
- https://www.simon-schnetzer.com/jugendstudien/jugend-in-deutschland-2025
- https://www.vzbv.de/meldungen/verbraucherbildung-fuer-schuelerinnen-mit-finanzdurchblick
- https://www.schufa.de/newsroom/finanzen/buy-now-pay-later-boom-kleinkrediten/
- https://www.schufa.de/newsroom/finanzen/jugend-finanzen-umfrage-2022/